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GQ-KOLUMNISTEN
Andreas Laux

„Not am Mann“ – Es war noch nie so schwer, ein Mann zu sein. Was für ein Blödsinn! Und trotzdem wird tagtäglich die große Oper vom Untergang des Mannseins gegeben. Mit dabei in der ersten Reihe: Andreas Laux.

München ist schön: die Stadt so sauber, die Ordnung so aufrecht, die Bewohner so putzig, wenn sie Weltmann spielen. Ein bisschen trutschig ist München, aber was soll’s? Nicht ganz zufällig textete ausgerechnet Münchens Millionendorf-Rapper Fatoni: „Es ist nicht, wo Du bist. Es ist, was Du machst.“ Und was macht München? Einmal im Jahr verkleidet es sich als Dixi-Klo. Eines, das übergelaufen ist. Eines, das drei besoffene Halbstarke umgeworfen haben. Dann ist wieder Oktoberfest.

Oktoberfest ist, wenn der Münchner keinen Parkplatz bekommt, weil ein Wohnmobil drauf steht. Wenn der Gehweg statt mit Frühtau mit Magensäure benetzt ist. Wenn eine ganze Stadt reinhaut, aufstößt und umkippt.

Auf zum Oktoberfest

A bisserl Tracht geht immer

Ich bin kein Wiesn-Hasser, gar nicht. Taumelnde Massen machen mich zwar schreckhaft, aber gegen ein ganz persönliches Taumeln dann und wann habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Und dafür bietet die Theresienwiese ja reichlich Fläche. Allerdings sitze ich als Neumünchner, der ich bin und als der ich noch auf dem Totenbett gelten werde, in Sachen Oktoberfest zwischen allen Bierbänken.

Mach Dir das Oktoberfest, wie’s Dir gefällt

Auf der einen Seite die “Touris”. Dieser Schlag Wiesn-Gänger pilgert aus Kassel, Australien und aus all den anderen Orten, an denen man offenbar nicht so toll die Sau rauslassen kann, nach München, setzt sich Hüte von stattlichem Preis und minderer Qualität auf, zieht Maßkrüge über Schädel und gibt anschließend mit gepixeltem Gesicht in deutschen TV-Magazinen die Bierleiche. Mit denen will man nicht in einen Topf geworfen werden, ganz klar.

Auf der anderen Seite die Wiesn-Checker. Die zogen vor wenigen Jahren aus Orten, an denen man offenbar nicht so gut was mit Medien machen kann, nach München und kennen sich aus, aber sowas von. Die ziehen die Augenbraue hoch, wenn man vor’m offiziellen Fassanstich noch nicht 38 Wiesn-Dates ausgemacht hat. Die entrüsten sich, wenn man ohne Lederhose wagt, die Festwiese zu betreten. Die löschen spätestens dann deine Nummer aus ihrem Handy, wenn du einen bierseligen Tag mit guten Freunden in einem – Achtung! – “Touri-Zelt” verbracht hast.

Kein Mensch mag bekotzte Proleten. Aber ich mag jeden ehrlich-dehydrierten Vollhonk so viel mehr als bräsige “So geht das”-Einredenwoller. Vor nicht allzu vielen Jahren war es noch verpönt, in Tracht aufs Oktoberfest zu gehen. Denkt da mal drüber nach. Acht Stunden in der Schlange stehen, nur um ins “richtige” Zelt zu kommen? Bitteschön, aber ohne mich.

Mein persönlicher Wiesn-Hit kommt übrigens vom eingangs zitierten Millionendorf-Rapper. Dessen jüngste Platte heißt: “Die Zeit heilt alle Hypes”.

Kommentare
6 Kommentare zu "Oktoberfest: München wird zum Dixi-Klo"
  • Am 25. September 2014 um 0:19 von Stefan Geld

    Was soll das sein? Ein Artikel?

  • Am 25. September 2014 um 13:52 von Huabasepp

    Und der nächste unlustige und komplett nichtsaussagende „Artikel“ über München bzw. die Wiesn von einem, der keinen Plan hat, aber sein Unwissen irgendwie verbreiten will.
    Und sowas schimpft sich dann auch noch „Redaktionsleiter“.
    Armseelig und traurig…

  • Am 25. September 2014 um 14:20 von Torty

    München zur Wiesn is nicht schön, da stimm ich zu. Bin aber auch nicht der Bierzeltsitzer.

  • Am 9. September 2015 um 13:59 von Medi

    Kassel ist supercool!

  • Am 10. September 2015 um 8:56 von Scott Tyler

    Ich bin ebenfalls ein Neigschmeckter, also Wahl-Münchner und Touri-Wiesn-Gänger. Tatsächlich ist mit das als Stuttgarter (Wasen) alles gar nicht so fremd, von der auflebenden Trachtenmode bis hin zum rückwärts geschüttelten Biersorbet. Damit ist sicher nicht alles zur Wiesn gesagt, aber die einzelnen Facetten werden wir genau so in gut einer Woche beobachten können. I frei me!

  • Am 19. September 2015 um 20:34 von Stephan

    Guter Artikel! Ich arbeite direkt an der Wiesn und es ist traurig zu sehen, wenn Besucher sich am hellichten Tage auf den Gehsteig übergeben oder vollkoten.

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